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17.5.2012
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eumom.com arbeitet ständig mit den besten Ärzten, Ärztinnen und Hebammen Europas zusammen, um Ihnen aktuelle medizinische Informationen aus der täglichen Praxis zu bieten. Deshalb interviewen wir regelmäßig und exklusiv Spezialisten zu den wichtigen Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt. Und das Beste: Unsere neue Serie "Fünf Fragen an..." mit eumom-Exklusivinterviews wird ständig erweitert!
FÜNF FRAGEN AN: PROF. DR. RENATE HUCH, ZÜRICH Stichwort: Fitness Eumom: Frau Professor Huch, viele Frauen möchten in der Schwangerschaft Sport treiben. Gibt es eigentlich wissenschaftliche Untersuchungen darüber, was Sport in der Schwangerschaft bewirkt?
Prof. Huch: Die Nachteile von Sport während der Schwangerschaft sind viel besser erforscht als die Vorteile. Dennoch gibt es neben der subjektiven Wahrnehmung „ich fühle mich gut" auch einige erwiesene Vorteile . Frauen, die sich während der Schwangerschaft regelmässig sportlich betätigen, leiden weniger unter Rückenschmerzen. Die Beinvenenentleerung funktioniert deutlich besser. Und, was interessant ist: sportliche Frauen leiden nachweislich weniger häufig an Schwangerschaftsdiabetes. Denn Bewegung kann den durcheinander geratenen Insulinhaushalt einer Schwangeren wieder ins Gleichgewicht bringen.
Also raten Sie schwangeren Frauen zu regelmässiger Bewegung und Fitness? Eine Schwangere muss nicht ihr Leben komplett ändern, weil sie ein Kind erwartet. Eine Frau, die noch nie Sport getrieben hat, braucht jetzt auch nicht damit anzufangen jeden Tag kilometerweit zu joggen. Aber ich bestärke die Frauen darin, sich zu bewegen, das zu tun, was ihnen Spass macht – und schon vor der Schwangerschaft Spass gemacht hat. Ist denn die Verunsicherung gross, was man darf und was man nicht darf? Gerade bei Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind, ist die Unsicherheit wirklich spürbar. Mich hat einmal eine Opernsängerin gefragt, ob sie noch Opern singen darf – natürlich kann sie ihren Beruf weiter ausüben, bis es ihr zu beschwerlich wird. Aber das Beispiel verdeutlicht doch sehr gut, wie gross das Bedürfnis der Frauen ist, alles richtig zu machen. Welche Sportarten eignen sich für Fitness in der Schwangerschaft? Alle moderaten Bewegungsarten kommen in Frage. Vom Laufen über Joggen bis zum Golfen. Wichtig ist, dass der Körper nicht überhitzt. Bei Frauen, die nicht intensiv Sport treiben, sollte die Herzfrequenz nicht über 140 Schläge pro Minute gehen. Als Faustregel gilt: Es ist immer in Ordnung, solange man während der sportlichen Betätigung noch reden kann.
Gibt es den idealen Sport für Schwangere? Meiner Meinung nach ja. Wir haben eine Studie gemacht über Aqua Jogging und die Ergebnisse sind ganz toll. Beim Aqua Jogging tragen die Frauen leichte Schwimmwesten und stehen senkrecht im Wasser. Wenn sie unter Wasser laufen ist das ein wunderbar sanftes Training, gleichzeitig eine Massage und eine gute Hilfe zur Venenentleerung. Nach zehn Minuten in Ruhe eintauchen geht zudem noch die Herzfrequenz zurück – aus medizinischer Hinsicht ideal. Überhaupt sind alle Arten von Wassersport und Wassergymnastik für Schwangere wirklich zu empfehlen. Sportarten, bei denen es zu Schlägen, Erschütterungen oder Unfällen kommen kann, empfehle ich dagegen nicht. Stand: 8/01, FZ
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